Klimaresiliente und lebenswerte Städte

Wir sind mitten in der Klimakrise und besonders in den Städten ist das bereits zu spüren: lange Trockenperioden und Hitzewellen, die Innenstädte bis zu acht Grad heißer werden lassen als das Umland. Sturzfluten und Überschwemmungen setzen Straßen oder Unterführungen unter Wasser, lassen die Kanalisation überlaufen und Bäche über die Ufer treten. Mancherorts entstehen Flüsse, wo es vorher noch nicht einmal einen kleinen Bach gab.

In Zukunft werden Extremwetterereignisse noch öfter auftreten, die unsere Städte vor große Herausforderungen stellen. Dies bedeutet, dass wir unsere Städte neu denken müssen.

Gerade für Bürgerinnen und Bürger ohne Balkon oder Garten sind öffentliche Grünflächen, Parkanlagen und Wasserläufe wichtige Orte, an denen sie sich erholen, abkühlen und durchatmen können. Mehr urbane Grünflächen und Naturräume, aber auch Dach- und Fassadengrün, Urban Gardening und Permakultur sind ein Stück Umweltgerechtigkeit in unseren Städten.

Grüne Freiräume fördern

Hierfür wollen wir das Förderprogramm „Grüne Freiräume und Wasser für coole Städte“ mit 800 Millionen Euro auflegen. Dieses Programm soll die Städtebauförderung ergänzen und Grünflächen, Grünzüge und Gebäudegrün in unseren Städten fördern.

Mehr Grün in der Stadt hat vielfältigen Nutzen. So kann bei Starkregen Wasser gespeichert und bei Hitzewellen können unsere Städte gekühlt werden. Zusätzlich erhöht mehr grün in der Stadt die Artenvielfalt.

Ergänzend wollen wir die Ausweisung der ganzen Stadt als Sanierungsgebiet ermöglichen und so über eine Förderung mit reinen Quartiers- oder Teilgebietsbezug hinausgehen. Wir machen uns für eine großräumige Grünvernetzung stark, die Neuausweisung von Fördergebietskulissen und auch die Überlagerung mit bestehenden Fördergebietskulissen zulassen.

Stadtnatur im Baurecht stärken

Eine ausreichende Grünflächenversorgung muss in Bauleitplänen stärker berücksichtigt werden, so dass innerstädtische Grünflächen gesichert werden und bei Bauvorhaben nicht verloren gehen.

Auch ohne Bebauungsplan müssen Grün- und Freiräume gesichert werden können. Hierfür wollen wir das Instrument des integrierten Stadtentwicklungskonzepts stärken. Um die Ausweisung von Naturerfahrungsräumen in Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen zu ermöglichen, wollen wir eine neue Grünflächenkategorie in das Baurecht einführen.

Wenig Stadtnatur als Missstand

Gerade Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen wohnen oftmals in Vierteln oder großen Straßen ohne ausreichend Grün. Daher wir wollen die mangelnde Ausstattung des öffentlichen Raums mit Grün und die schwere Erreichbarkeit von öffentlichem Grün als städtebaulichen Missstand in das Baurecht aufnehmen.

Zusätzlich wollen wir die städtebauliche Sanierung und den Stadtumbau um die Grünversorgung und die Ausstattung mit Grün ergänzen. So gewährleisten wir, dass die Fördermittel passend eingesetzt werden können.

Den Grünen Antrag dazu finden Sie hier.