Mobilität

Wir brauchen eine neue Mobilität, das dicke Auto als Statussymbol in der Garage neben dem Haus hat ausgedient. Öffentliche Mobilität muss Vorrang haben. Andernfalls werden die Städte in Lärm und Abgasen ersticken. Wir brauchen eine intelligente Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitätsangebote, einen Mobilitätsmix aus Bus, Bahn, Fahrrad und Car-Sharing, der attraktiv und benutzer*innenfreundlich ist.

Moderne Mobilität ist E-Mobilität!

Elektro-Mobilität macht in Deutschland heute noch immer nur 1% an der Menge der zugelassenen Fahrzeuge aus. Das ist deutlich weniger als z.B. in Norwegen, den Niederlanden, Frankreich und mittlerweile auch weniger als in China, den USA und Japan. Der schrittweise Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030 (keine Neuzulassungen mehr) ist wichtig und richtig. Das heißt aber auch, dass nur noch 13 Jahre bleiben, um leistungsfähige Batterien, Ladestationen etc. zu schaffen. Die Zeit ist knapp, es muss sofort mit dem Ausbau der Infrastruktur begonnen werden, damit endlich mehr Elektroautos gekauft werden!

Tempo 130 ist schnell genug!

In keinem anderen Land Europas gibt es solche Rennpisten wie hierzulande. Es braucht ein bundeseinheitliches Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen.

Gut vernetzt von Haustür zu Haustür!

Wir GRÜNE setzen auf eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, vom Auto auf das Fahrrad sowie auf öffentliche Verkehrsmittel. Damit das gelingt, müssen die Verkehrsangebote noch besser als bisher vernetzt werden, und zwar nicht nur innerstädtisch, sondern auch in den ländlichen Raum hinein. Nah-, Regional- und Fernverkehr müssen sich zu einer Mobilitätskette verbinden lassen.
Was nützt ein bis zu 300 km/h schneller ICE, wenn man hinterher eine halbe Stunde an einem Regionalbahnhof auf den Anschluss wartet? Für die Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind die Wegebeziehungen von Haustür zu Haustür interessant. Sie nehmen die schnellste und bequemste Verbindung, für die das Ticket niederschwellig und verbundübergreifend buchbar ist.

Mehr und bessere Radwege – aber nicht zulasten des Fußverkehrs!

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad regelmäßig als Verkehrsmittel. Sie wünschen sich mehr, bessere – und vor allem sichere Radwege, auch über größere Distanzen hinweg. Das muss finanziert werden. Deshalb fordern wir, dass der Bund stärker in den Ausbau von Radwegen investiert. Im Vergleich zwischen europäischen Metropolen wird sichtbar, dass in Deutschland Nachholbedarf herrscht. Die Stadt Berlin gibt pro Jahr vier Euro pro Kopf für Radwege aus. In London sind es 20 Euro, in Kopenhagen sogar 21 Euro.

Ein anderes Thema ist die in den Städten nur begrenzt vorhandene Fläche. Der Ausbau der Radwege darf nicht auf Kosten des Fußverkehrs geschehen. Also geht er zulasten des Autos – und da beginnt der Konflikt. Das ist überall zu erleben. Jeder Parkplatz, der für einen Radweg wegfällt, führt zu hitzigen Debatten in den Kommunalparlamenten und in der Bürgerschaft. Beispiele wie Kopenhagen zeigen, dass es gelingen kann, Städte für Fuß- und Radverkehr attraktiv zu machen und die Autos anders zu lenken. Daran sollten wir uns orientieren.

All diese Dinge müssen auf Bundesebene weiterentwickelt werde: Wir werden uns auf Landesebene noch so sehr um eine andere Mobilitätspolitik bemühen können – solange der Bund so weiter agiert wie bisher und jede*r Wahlkreisabgeordnete mit einer neuen Straße in ihrem/seinem Wahlkreis zufriedengestellt wird, kann eine Umsteuerung in der Mobilitätspolitik immer nur Stückwerk bleiben.

Wir brauchen eine intelligente Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitätsangebote, eine bessere Infrastruktur im ländlichen Raum, den Ausbau vom Glasfaserkabelnetz und E-Mobilität, DAS ist moderne Mobilität!