Ultrafeinstaubbelastung im Flughafenumfeld

An den großen Flughäfen Deutschlands klafft eine riesige Lücke in der Schadstoffmessung. Die Luftqualität wird zwar durch amtliche Messstationen überwacht, die eingesetzten Geräte können Ultrafeinstaub  aber nicht erfassen. Sie eignen sich nur zur Messung der gröberen Feinstäube PM 10 (kleiner 10 Mikrometer) und PM 2,5, die für den Flugbetrieb irrelevant sind. Daher liegen nur wenige Ultrafeinstaubmessungen für Flughäfen in Deutschland vor.

Für einen Start- und Lande-Zyklus (alle Manöver unterhalb einer Flughöhe von 914,4 m) verbraucht eine Maschine für nationale Flüge durchschnittlich 850 kg Kerosin, für einen internationalen Flug 1.675 kg. Bei 234.568 Start- und Landezyklen im Jahr 2017 entfallen im Durchschnitt 643 Flüge auf jeden Tag am Flughafen Frankfurt. Davon entfielen 200.373 Start- und Landezyklen im Jahr oder durchschnittlich 549 am Tag auf Verbindungen ins Ausland. Damit kommt man auf einen durchschnittlichen täglichen Kerosinverbrauch im Nahbereich des Flughafens von 999.475 kg.

Ultrafeinstaub an Flughäfen, aber auch an stark befahrenen Straßen, ist ein Thema, das erstens in aller Deutlichkeit benannt und zweitens dringend aktiv angegangen werden muss. Derzeit wird  die öffentliche Debatte zwar durch das unrühmliche Agieren der Bundesregierung um zu hohe Stickoxidbelastungen beherrscht. Erst kürzlich hat aber in Zusammenhang damit Barbara Hoffmann, eine der führenden Umweltepidemiologinnen Deutschlands, eine intensivere Befassung mit Feinstaub dringend eingefordert. Denn die vorliegenden Feinstaubbelastungen seien noch gefährlicher, als die hohen Stickoxidwerte. Frau Hoffmann fordert vor allem auch geeignete Ultrafeinstaubmessungen.

Es kann nicht angehen, dass die Flughafengesellschaften den Leuten bis heute regelmäßig mitteilen, die Luft, die sie atmen sei völlig in Ordnung, wohl wissend, dass man das, worauf es ankommt, überhaupt nicht gemessen hat.“

Das Problem unter dem Deckel zu halten, weil man im Augenblick keine technischen Lösungen bei der Hand hat ist nicht legitim. Die Bundesregierung muss darauf hinwirken, dass Ultrafeinstaub im Umfeld großer Flughäfen endlich gemessen wird. Im Sinne des Vorsorgeprinzips muss schon jetzt auf eine Reduzierung des Ultrafeinstaub-Ausstoßes hingewirkt werden. Denn Grenzwerte für Ultrafeinstaub in der Atemluft lassen noch lange auf sich warten.

Der Dieselskandal hat uns gelehrt, dass die Dinge nur durch den Druck einer breiten Öffentlichkeit ins Rollen kommen. Deshalb müssen die Karten auf den Tisch und die Leute informiert werden. Anstatt das Thema offensiv anzugehen, steht die Bundesregierung aber wieder einmal auf der Bremse.

Hier finden Sie die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Ultrafeinstaubbelastung im Flughafenumfeld